hreflang
Hreflang ist ein HTML-Attribut, das Suchmaschinen mitteilt, für welche Sprache und Region eine Seite gedacht ist. So sehen Nutzer in den Suchergebnissen die passende Version.
Hreflang ist ein Attribut, mit dem du Google und anderen Suchmaschinen mitteilst, für welche Sprache und optional für welche Region eine URL gedacht ist. Hat deine Website mehrere Sprachversionen (etwa Deutsch und Französisch) oder regionale Varianten (Deutschland und Schweiz), verknüpfen die hreflang-Angaben diese Versionen miteinander. Google erkennt so, dass es sich um dieselbe Seite in einer anderen Sprache handelt, und zeigt in den Suchergebnissen die passende Version an.
Der Wert besteht aus einem Sprachcode nach ISO 639-1 und optional einem Ländercode nach ISO 3166-1 Alpha 2, zum Beispiel de-CH für Deutsch in der Schweiz oder fr-CH für Französisch in der Schweiz.
Warum es wichtig ist
Ohne hreflang kann Google die falsche Sprachversion anzeigen oder mehrere sehr ähnliche Seiten als Duplicate Content einstufen. Das schwächt die Rankings. In der mehrsprachigen Schweiz ist das besonders relevant: Eine deutschsprachige Seite, die einer Person aus der Romandie angezeigt wird, kostet Vertrauen und Conversions. Korrekt gesetztes hreflang führt jeden Nutzer zur Version in seiner Sprache und verteilt die Ranking-Signale auf die richtigen URLs.
Wie es in der Praxis funktioniert
Hreflang lässt sich auf drei Wegen einbinden: im <head> als Link-Tag, im HTTP-Header oder in der XML-Sitemap. Dabei gelten einige Regeln:
- Selbstreferenz: Jede Seite braucht auch einen hreflang-Eintrag auf sich selbst.
- Gegenseitige Verweise: Verweist Seite A auf B, muss B auch auf A zurückverweisen. Sonst ignoriert Google die Angaben.
- x-default: Mit
hreflang="x-default"legst du eine Rückfallseite für alle Sprachen und Regionen fest, die nicht abgedeckt sind. - Absolute URLs: Immer vollständige URLs inklusive
https://verwenden, nie relative Pfade. - Abgestimmt auf das Canonical-Tag: Jede Sprachversion weist sich selbst als kanonisch aus, nicht eine andere Sprachversion.
Bing nutzt hreflang nur eingeschränkt und stützt sich eher auf das Sprach-Meta-Tag. Google wertet es dagegen als zentrales Signal.
Welche URL-Struktur für mehrsprachige Websites?
Bevor du hreflang setzt, legst du fest, wo die Sprachversionen liegen. Für die meisten Schweizer KMU sind Unterverzeichnisse die beste Wahl:
| Struktur | Beispiel | Einschätzung für KMU |
|---|---|---|
| Unterverzeichnisse | firma.ch/de/, firma.ch/fr/ | Empfehlung: alle Sprachen teilen sich die Stärke einer Domain, einfach zu pflegen |
| Subdomains | de.firma.ch, fr.firma.ch | möglich, Google behandelt Subdomains aber eher wie eigene Websites |
| Länderdomains | firma.ch, firma.fr | nur sinnvoll bei echten Niederlassungen in mehreren Ländern |
Leite Besucher nie automatisch nach IP-Adresse oder Browsersprache auf eine andere Sprachversion um. Der Googlebot crawlt meist von Adressen in den USA und sieht dann womöglich nur eine Version. Besser ist ein dezenter Hinweis mit Link zur passenden Sprache.
So sieht das Setup für eine Seite in drei Landessprachen aus. Dieselben vier Zeilen stehen auf allen drei Sprachversionen:
<link rel="alternate" hreflang="de-CH" href="https://www.firma.ch/de/" />
<link rel="alternate" hreflang="fr-CH" href="https://www.firma.ch/fr/" />
<link rel="alternate" hreflang="it-CH" href="https://www.firma.ch/it/" />
<link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://www.firma.ch/" />
Checkliste für mehrsprachiges SEO in der Schweiz
- hreflang auf allen Sprachversionen prüfen: gegenseitige Verweise und Selbstreferenz, etwa mit einem Crawler wie Screaming Frog.
- Jede Sprachversion hat einen Canonical-Tag auf sich selbst, nicht auf die deutsche Seite.
- Alle Sprachversionen stehen in der XML-Sitemap.
- Die Keyword-Recherche je Sprache neu machen statt übersetzen: In der Romandie wird anders gesucht als in Zürich.
- Texte lokalisieren statt wörtlich übersetzen: Beispiele, Ansprache und Preise in Franken passend zur Region.
- Inhalte serverseitig ausliefern. Lädt die Übersetzung erst per JavaScript, sieht Google oft nur Platzhalter.
- Pro Standort ein Google Business Profil in der Sprache der Region.
- In der Google Search Console die Leistung je Sprachverzeichnis getrennt auswerten.
Praxis-Bezug für Schweizer KMU
Viele KMU brauchen kein hreflang. Läuft deine Website ausschliesslich auf Deutsch für den Schweizer Markt, genügt ein sauberes de-CH-Setup, oder du verzichtest ganz darauf. Relevant wird es, sobald du zusätzlich französische oder italienische Versionen anbietest oder denselben deutschen Inhalt für Deutschland und die Schweiz trennst. Dann verhindert hreflang, dass sich die Sprachversionen gegenseitig Rankings wegnehmen. Fehlerhaftes hreflang gehört zu den häufigsten technischen SEO-Fehlern; die Verknüpfungen prüfst du deshalb nach dem Einbau in der Google Search Console.
Häufige Fragen
Nur wenn deine Website denselben oder sehr ähnlichen Inhalt in mehreren Sprachen oder für mehrere Regionen anbietet, etwa Deutsch und Französisch oder eine deutsche Version für Deutschland und eine für die Schweiz. Eine einsprachige Website ausschliesslich für den Schweizer Markt braucht kein hreflang.
de-CH ist der Code für Deutsch (de) in der Region Schweiz (CH). Der erste Teil ist die Sprache nach ISO 639-1, der zweite, optionale Teil das Land nach ISO 3166-1 Alpha 2. So weiss Google, dass die Seite für deutschsprachige Nutzer in der Schweiz gedacht ist.
Du hast drei Möglichkeiten: als Link-Tag im HTML-head, im HTTP-Header oder zentral in der XML-Sitemap. Wichtig ist, dass jede Version sich selbst referenziert und alle Versionen gegenseitig aufeinander verweisen. Sonst ignoriert Google die Angaben.
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