Web28. September 2026Aktualisiert am 9 Min. LesezeitGeprüft von Noah Benz

Was ist eine Landingpage? Definition, Aufbau und Beispiele für Schweizer KMU

Eine Landingpage ist eine eigenständige Webseite mit genau einem Ziel, etwa Anfrage oder Termin. Sie führt Besucher ohne Ablenkung zu dieser Handlung.

Was ist eine Landingpage? Definition, Aufbau und Beispiele für Schweizer KMU

Definition: Eine Landingpage (englisch Landing Page, auf Deutsch Landeseite) ist eine eigenständige Webseite mit genau einem Ziel, etwa einer Anfrage, einer Terminbuchung oder einem Download. Besucher landen dort nach einem Klick auf eine Anzeige, ein Suchergebnis, einen Newsletter oder einen QR-Code und werden ohne Ablenkung zu dieser einen Handlung geführt.

Was ist eine Landingpage? Die Kurzdefinition

Eine Landingpage ist eine einzelne Seite für ein einzelnes Angebot. Sie nimmt genau die Erwartung auf, mit der jemand gekommen ist. Dann beantwortet sie diese Erwartung bis zum Knopf am Ende.

Drei Merkmale unterscheiden sie von einer normalen Unterseite:

  • Ein Ziel: Anfrage senden, Termin buchen oder Offerte verlangen. Nicht alles gleichzeitig.
  • Eine Zielgruppe: Die Seite spricht eine bestimmte Person mit einem bestimmten Problem an, nicht alle Besucher der Firma.
  • Wenig Ablenkung: Kein volles Menü, keine Querverweise auf andere Angebote, kein Blog daneben.

Im Online-Marketing wird der Begriff manchmal weiter gefasst: Jede Seite, auf der ein Besucher zuerst landet, heisst dann Landing Page, auch die Startseite. Wenn KMU von einer Landingpage sprechen, meinen sie aber fast immer die fokussierte Seite für ein Angebot. Um diese geht es hier.

Landingpage vs. Startseite: der Unterschied

Die Frage taucht in fast jedem Erstgespräch auf. Viele halten beides für dasselbe.

Startseite Landingpage
Ziel Überblick über die ganze Firma Eine einzige Handlung auslösen
Zielgruppe Alle Eine bestimmte Person mit einem bestimmten Anliegen
Navigation Volles Menü Keine oder fast keine
Inhalt Breit Tief und fokussiert
Call-to-Action Mehrere Genau einer, gern mehrfach wiederholt
Erfolg messbar Schwierig Klar: Besucher zu Anfragen

Die Startseite ist das Schaufenster. Wer vorbeischlendert, soll einen Eindruck bekommen. Die Landingpage ist der Verkäufer, der dich an der Tür abholt, weil er weiss, wofür du gekommen bist. Du brauchst beides, aber das eine ersetzt das andere nicht.

Wofür KMU Landingpages einsetzen

Landingpages gibt es in drei typischen Formen. Sie unterscheiden sich darin, woher die Besucher kommen.

Für Werbung (Google Ads, Social Media): Wer auf eine Anzeige klickt, erwartet genau das, was in der Anzeige stand. Landet er auf der Startseite, springt er ab und der Klick ist bezahlt. Eine passende Landingpage senkt so die Kosten pro Anfrage. Fachleute nennen das Message Match: Anzeige und Seite sagen dasselbe.

Für die Google-Suche (SEO): Eine Seite pro Leistung oder Region, zum Beispiel "Heizungssanierung Schaffhausen". Sie rankt, weil sie genau eine Suchabsicht vollständig beantwortet. Solche Seiten sind langlebig und bringen ohne Klickkosten Anfragen.

Für Kampagnen offline: Flyer, Plakat, Messe oder Inserat mit QR-Code. Der Code führt nicht auf die Startseite, sondern auf die Seite zum beworbenen Angebot.

Warum die Startseite als Ziel Anfragen kostet

Führt deine Werbung auf die Startseite, müssen Besucher das Angebot suchen, wegen dem sie gekommen sind, und viele geben auf. Ein Beispiel: Du verteilst in Schaffhausen 2'000 Flyer für deine neue Badsanierung. Der QR-Code führt auf deine Startseite. Dort sieht der Besucher einen Slider, ein Menü mit Küchen, Böden, Fenstern, Team und Jobs und einen Text über die Firmengeschichte. Von der Badsanierung, wegen der er gekommen ist, keine Spur. Also sucht er ein paar Sekunden und ist dann weg.

Ein Rechenbeispiel zeigt, was das ausmacht. 1'000 Besucher im Monat, auf der Startseite fragt einer von hundert an: 10 Anfragen. Auf einer passenden Landingpage fragen drei von hundert an: 30 Anfragen, mit demselben Werbebudget. Bei einem Auftragswert von CHF 25'000 und jeder fünften Anfrage als Auftrag sind das 2 statt 6 Aufträge. Deine Zahlen werden anders sein. Die Richtung stimmt fast immer: Fokus schlägt Auswahl.

So ist eine Landingpage aufgebaut

Gute Landingpages sehen verschieden aus. Das Gerüst ist fast immer dasselbe.

1. Eine Überschrift, die das Anliegen beim Namen nennt

Die Überschrift entscheidet in Sekunden, ob jemand bleibt. "Willkommen bei Muster AG" ist verschenkter Platz. "Dein Bad in drei Wochen saniert, zum Festpreis" sagt sofort: Du bist hier richtig. Nenne das Problem oder das Ergebnis, nicht dich selbst.

2. Der Nutzen in drei Sätzen

Direkt darunter steht, was sich für den Besucher ändert: weniger Aufwand, ein klarer Preis, eine schnelle Lösung. Wer mehr wissen will, scrollt weiter.

3. Belege statt Behauptungen

Google-Bewertungen mit Name, Kundenstimmen, Vorher-Nachher-Bilder, Referenzen aus der Region. Schweizer Kundschaft ist skeptisch. Diese Skepsis baust du nur mit Belegen ab. Wie du echte Bewertungen sammelst, steht im Beitrag über Google-Bewertungen.

4. Ein einziger Call-to-Action

Ein Ziel, ein Knopf: "Offerte anfordern" oder "Termin buchen", nicht beides. Der Knopf darf mehrmals vorkommen, er macht aber immer dasselbe. Jede zusätzliche Option ist ein Grund, gar nichts zu tun. Mehr dazu im Lexikon unter Call-to-Action.

5. Ein kurzes Formular

Name, E-Mail oder Telefon, eine kurze Nachricht. Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Anfragen. Quadratmeter und Baujahr klärst du im Gespräch.

6. Einwände abräumen

Was kostet das ungefähr? Wie lange dauert es? Kommt ihr auch nach Stein am Rhein? Ein kurzer Fragenblock beantwortet die drei, vier Fragen, die vor einer Anfrage stehen.

Dazu kommt die Technik: Die Seite lädt auf dem Handy schnell, ist responsive und hat einen eigenen Meta-Title und eine eigene Meta-Description. Eine Seite, die eine konkrete Frage präzise beantwortet, wird zudem eher in Google AI Overviews und von KI-Assistenten aufgegriffen.

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Drei Beispiele aus dem KMU-Alltag

Die folgenden Fälle sind typische Situationen, wie wir sie bei KMU in der Ostschweiz sehen, keine einzelnen Kunden.

Die Schreinerei, die mehr Küchen verkaufen will. Küchen haben die beste Marge, sind auf der Website aber nur ein Menüpunkt von sieben. Die Lösung ist eine eigene Seite für Massküchen: Versprechen in der Überschrift, drei Referenzküchen aus der Region, Ablauf in vier Schritten, Formular für einen Termin im Showroom. Dieselbe Seite steht auf dem Flyer, im Newsletter und wird für "Küche Schreiner Schaffhausen" gefunden.

Das Treuhandbüro im Frühling. Zwischen Februar und April suchen Privatpersonen Hilfe bei der Steuererklärung, die Website spricht aber Firmen an. Eine Landingpage nur für Privatpersonen sagt, was im Paket enthalten ist und welche Unterlagen es braucht, dazu ein Knopf für den Rückruf.

Die Physiopraxis mit neuem Kurs. Ein Rückentraining für Büroangestellte ginge zwischen Manualtherapie und Lymphdrainage unter. Die eigene Seite spricht genau diese Person an: acht Stunden Sitzen, sechs Termine, ein Knopf für das Erstgespräch.

Die fünf häufigsten Fehler

  1. Volles Menü. Mit derselben Navigation wie die Startseite ist die Seite keine Landingpage, sondern eine normale Unterseite.
  2. Zu viele Ziele. Anfrage, Newsletter, Download und Social Media gleichzeitig. Wer alles will, bekommt nichts.
  3. Text über dich statt über den Kunden. "Wir sind seit 1987 ..." interessiert erst, wenn klar ist, was der Besucher davon hat.
  4. Langsam auf dem Handy. Ein grosser Teil der Besucher kommt mobil. Wer warten muss, geht.
  5. Kein Messen. Ohne Zahlen weisst du nicht, ob die Seite wirkt. Verbessern kannst du dann auch nichts.

Landingpage erstellen: selbst bauen oder machen lassen?

Mit einem Baukasten wie Wix oder einer WordPress-Vorlage klickst du in einem Nachmittag eine Landing Page zusammen. Für einen ersten Test reicht das: Du lernst, ob dein Angebot überhaupt Interesse weckt.

Die Grenzen kommen später. Baukasten-Seiten sind oft langsam, sehen aus wie viele andere und lassen sich nur mühsam für die Suche optimieren. Das Schwierigste ist ohnehin nicht die Technik, sondern der Text: welches Problem du ansprichst, welche Einwände du abräumst, welchen Beleg du zeigst.

Beantworte vor dem Bauen drei Fragen in je einem Satz:

  • Wen will ich mit dieser Seite erreichen?
  • Welches Problem hat diese Person gerade jetzt?
  • Welche eine Handlung soll sie am Ende ausführen?

Was eine Seite kostet, hängt am Umfang. Ein Onepager mit Kontaktformular liegt in der Schweiz bei rund CHF 1'000 bis 3'500, eine KMU-Website mit mehreren Leistungsseiten bei CHF 3'000 bis 12'000. Die ganze Aufschlüsselung steht in der Übersicht was eine Website kostet. Bei Webtree entstehen Landingpages als Teil einer Website, die auf Anfragen ausgelegt ist; wie das abläuft, steht unter Website erstellen lassen.

Woran du merkst, dass deine Landingpage funktioniert

Eine Landingpage hat einen Job. Den kannst du messen. Schau nach vier bis sechs Wochen auf drei Werte:

  • Besucher: Kommen überhaupt genug Leute auf die Seite?
  • Conversion-Rate: Wie viele davon fragen an? Die Formel und Richtwerte erklärt das Lexikon unter Conversion-Rate.
  • Qualität der Anfragen: Sind das Leute, mit denen du arbeiten willst?

Dann gilt: ändern, messen, wieder ändern. Eine neue Überschrift, ein kürzeres Formular, eine zusätzliche Kundenstimme. Wer zwei Fassungen gegeneinander testet, macht einen A/B-Test. Das ist der grösste Vorteil gegenüber der Startseite: Bei der Landingpage siehst du schwarz auf weiss, was wirkt.

Häufige Fragen

Wie schreibt man es richtig: Landingpage oder Landing Page?

Beides ist verbreitet. Im Deutschen setzt sich die Zusammenschreibung Landingpage durch, im Englischen heisst es Landing Page. Gemeint ist dasselbe.

Braucht ein KMU mehrere Landingpages?

Meist ja: eine je wichtige Leistung, Zielgruppe oder Region. So passt jede Seite zu einer Suchabsicht oder einer Anzeige. Starte mit dem Angebot, das dir am meisten bringt.

Darf eine Landingpage ein Menü haben?

Ja, wenn sie auch über die Google-Suche gefunden werden soll und Teil deiner Website ist. Dann bleibt das Menü schlank und der Inhalt fokussiert. Für reine Werbekampagnen ist eine Seite ohne Menü meist besser.

Kann eine Landingpage bei Google ranken?

Ja, wenn sie genug eigenen Inhalt hat und eine Suchabsicht vollständig beantwortet. Eine Seite mit drei Sätzen und einem Formular rankt kaum. Eine Seite mit Leistung, Ablauf, Preisrahmen, Belegen und Fragen schon.

Fazit: eine Seite, ein Ziel

Eine Landingpage ist die Seite, auf der aus einem Besucher ein Interessent wird. Jedes Angebot, das dir viel bringt, verdient eine eigene Seite statt eines Menüpunkts zwischen Team und Jobs.

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