Backlinks aufbauen: Linkbuilding für Schweizer KMU
Backlinks aufbauen ohne Linkkauf: Gute Links kommen aus Verzeichnissen, Verbänden, von Partnern, aus lokalen Medien und Inhalten, die andere zitieren.

Backlinks aufbauen: die kurze Antwort
Backlinks aufbauen heisst, andere Websites dazu zu bringen, auf deine Seite zu verlinken, weil sie dich kennen, mit dir arbeiten oder deinen Inhalt nützlich finden. Für ein Schweizer KMU kommen die besten Links aus fünf Quellen: seriöse Verzeichnisse, Verbände und Vereine, Lieferanten und Partner, lokale Medien sowie Inhalte, die andere gerne zitieren. Gekaufte Links gehören nicht dazu.
Google wertet einen Link als Empfehlung. Ein Link von der Website deines Gewerbevereins zählt mehr als hundert Links aus Verzeichnissen, die niemand besucht. Die Grundbegriffe erklärt das Lexikon unter Backlinks und Linkbuilding. Hier geht es um die Praxis: wo du anfängst, was wirkt und wovon du die Finger lässt.
Woran du einen guten Backlink erkennst
Ein guter Backlink erfüllt drei Bedingungen. Fehlt eine davon, bringt er wenig oder schadet sogar.
- Thema passt. Die verlinkende Seite hat mit deiner Branche oder deiner Region zu tun. Ein Sanitärbetrieb profitiert vom Link eines Heizungsherstellers, nicht von einem Hochzeitsblog.
- Die Seite hat selbst Vertrauen. Sie wird gelesen, hat eigene Besucher und wird ihrerseits verlinkt. Werte wie Domain Rating (Ahrefs) oder Domain Authority (Moz) geben einen groben Anhaltspunkt.
- Der Link ist echt. Jemand hat ihn gesetzt, weil er auf dich verweisen wollte. Nicht, weil du dafür bezahlt hast.
Dazu kommen zwei Details. Der Ankertext sollte natürlich wirken, meist dein Firmenname oder deine Adresse. Lauter Links mit dem Wortlaut "Sanitär Winterthur" sehen nach Absicht aus. Und Links mit dem Attribut nofollow geben kaum Ranking-Kraft weiter, bringen aber Besucher und Bekanntheit. Den Unterschied erklärt der Eintrag zu dofollow und nofollow.
Linkaufbau wirkt nur, wenn die Seite dahinter etwas taugt. Deshalb kommt bei uns zuerst die SEO-Optimierung der eigenen Seiten und erst danach der Linkaufbau.
Backlinks kaufen: lohnt sich das?
Nein. Wer Backlinks kauft, zahlt für ein Risiko, nicht für Rankings. Google nennt den Kauf und Verkauf von Links, die Ranking-Kraft weitergeben sollen, in seinen Spam-Richtlinien ausdrücklich als Verstoss. Bezahlte Links müssen mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" gekennzeichnet sein. Dann zählen sie für das Ranking aber nicht mehr. Genau dafür hättest du bezahlt.
Bei Webtree kaufen wir keine Links, weder für uns noch für Kunden. Drei Gründe:
- Google erkennt es. Seit dem Link-Spam-Update vom Dezember 2022 setzt Google das System SpamBrain gezielt gegen gekaufte Links ein. Meist werden solche Links still entwertet. Dein Geld ist weg, das Ranking bleibt, wo es war.
- Im schlimmsten Fall gibt es eine manuelle Massnahme. Dann verliert die ganze Website Sichtbarkeit, bis die Links entfernt oder entwertet sind. Für ein KMU, das über Google Anfragen bekommt, kann das Monate kosten.
- Die Angebote sind schlecht. Wer eine Website betreibt, kennt die Mails: "100 Backlinks für 99 Dollar", "Gastbeitrag auf DR-70-Seite". Die Seiten dahinter verkaufen Links an jeden. Genau das macht sie für Google wertlos. Wir bekommen solche Angebote laufend und sehen in unseren eigenen Daten, dass die Linkverkäufer-Domains ihre Links fast immer auf nofollow setzen.
Grauzonen gibt es trotzdem. Ein Sponsoring für den Fussballclub, bei dem der Verein dein Logo mit Link auf seine Sponsorenseite stellt, ist kein Linkkauf. Du unterstützt den Verein, der Link ist eine Folge davon. Wenn dir dagegen jemand den Link als Hauptleistung verkauft, ist es Linkkauf.
Fünf Quellen, die für Schweizer KMU wirken
Die Schweiz ist ein kleiner Markt. Das ist beim Backlinks aufbauen ein Vorteil: Es gibt weniger Konkurrenz um die guten Quellen. Wenige saubere Links machen schon einen Unterschied. Internationale Ratgeber helfen hier oft nicht weiter, weil Schweizer Medien, Foren und Branchenportale anders funktionieren.
1. Verzeichnisse und Bewertungsportale mit echtem Publikum
Local.ch und search.ch sind die Pflicht. Der Grundeintrag ist kostenlos und taucht bei lokalen Suchen auf. Dazu kommen Branchenportale deines Fachs und Bewertungsportale wie Trustpilot oder ProvenExpert. Achte darauf, dass Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich geschrieben sind. Mehr dazu steht unter lokales SEO.
Finger weg von Webkatalogen, die für die Freischaltung eine Gebühr oder einen Gegenlink verlangen. Wir haben für webtree.ch selbst zahlreiche solcher Kataloge geprüft. Ein grosser Teil war offline, verlangte Geld für die "Bearbeitung" oder stand in einer Nachbarschaft von Spam-Seiten.
2. Verbände, Vereine und Sponsoring
Mitglied im Gewerbeverein, im Branchenverband oder in der Handelskammer? Die meisten führen ein Mitgliederverzeichnis mit Link. Sponserst du den Turnverein oder das Dorffest, frag nach einem Link auf der Sponsorenseite. Diese Links sind lokal, oft thematisch passend und völlig natürlich.
Viele KMU zahlen seit Jahren Sponsoring und haben nie nach dem Link gefragt. Das ist der einfachste Backlink, den es gibt.
3. Lieferanten, Hersteller und Partner
Wer Produkte eines Herstellers verbaut oder verkauft, steht oft in dessen Händlerverzeichnis. Wer mit anderen Firmen zusammenarbeitet, kann auf deren Partnerseite erwähnt werden. Eine kurze, persönliche Mail an jeden Lieferanten genügt: "Wir verbauen eure Produkte seit Jahren. Können wir in eurem Händlerverzeichnis stehen?"
Das gleiche Prinzip nutzen wir selbst. Websites, die wir gebaut haben, verlinken im Footer auf Webtree, mit dem Markennamen als Ankertext. Der Link entsteht aus einer echten Geschäftsbeziehung. Genau so soll es sein.
4. Lokale Medien und Regionalportale
Lokalzeitungen und Regionalportale suchen Geschichten aus der Gegend. Ein Firmenjubiläum, ein Lehrabschluss mit Bestnote, ein neuer Standort, ein Projekt für die Gemeinde: Das sind Meldungen, die Redaktionen aufnehmen. Eine Erwähnung in der Online-Ausgabe ist ein starker Link. Sie kostet nur Zeit.
Schreib eine kurze Mitteilung mit Foto, nenne einen Ansprechpartner und schick sie an die Lokalredaktion. Nicht jede Meldung erscheint, aber jede erscheinende bleibt.
5. Fachbeiträge und Inhalte, die andere zitieren
Du kennst dein Fach besser als jeder Texter. Ein Gastbeitrag in einem Branchenmagazin, ein Vortrag mit Unterlagen auf der Website des Veranstalters oder ein eigener Ratgeber, den andere als Quelle nennen: Das sind die Links, die am meisten wiegen.
Inhalte, die verlinkt werden, haben etwas, das es sonst nicht gibt. Eigene Zahlen, eine Checkliste für deine Branche, ein Rechner, eine Vorlage. Ein weiterer Text "10 Tipps für ..." wird selten verlinkt.
So fängst du in 90 Tagen an
Du musst nicht alles auf einmal machen. Dieser Ablauf funktioniert für die meisten KMU.
| Zeitraum | Was du machst | Ergebnis |
|---|---|---|
| Tag 1 bis 30 | Bestand prüfen, Verzeichnisse und Bewertungsportale vervollständigen | Saubere Basis, einheitliche Firmendaten |
| Tag 31 bis 60 | Verbände, Vereine, Lieferanten und Partner anschreiben | Erste thematisch passende Links |
| Tag 61 bis 90 | Einen zitierbaren Inhalt erstellen und Medien anschreiben | Links, die andere freiwillig setzen |
Bestand prüfen: Welche Seiten verlinken heute auf dich? Die Google Search Console zeigt das kostenlos unter "Links". Ahrefs bietet mit den Webmaster Tools eine Gratisversion für die eigene Website.
Liste anlegen: Schreib alle Firmen, Vereine und Verbände auf, mit denen du zu tun hast. Bei den meisten KMU kommen so zwanzig bis vierzig Kontakte zusammen. Jeder bekommt eine kurze, persönliche Anfrage, keine Massenmail.
Dranbleiben: Plane jeden Monat zwei Stunden für den Linkaufbau ein. Wer zwölf Monate lang regelmässig arbeitet, hat am Ende mehr als jemand, der einmal viel macht.
Wie sichtbar ist deine Website?
Du hast gelesen, worauf es ankommt. Sieh in rund 60 Sekunden, wo deine eigene Website heute steht.
Was nicht mehr funktioniert
Einige Methoden tauchen immer noch in Ratgebern auf, wirken aber nicht mehr oder schaden:
- Linkverzeichnisse und Artikelverzeichnisse ohne eigene Besucher
- Forenbeiträge und Blogkommentare mit Link in der Signatur
- Private Blog-Netzwerke (PBN), also Seiten, die nur für Links betrieben werden
- Linktausch im grossen Stil ("Ich verlinke dich, du verlinkst mich")
- Automatisierte Tools, die Links in Hunderten Portalen setzen
Ein einzelner Linktausch zwischen zwei Partnern, die wirklich zusammenarbeiten, ist kein Problem. Ein Netz aus Tauschlinks schon.
Was Linkbuilding kostet
Selbst gemacht kostet Linkbuilding vor allem Zeit. Grundeinträge in Verzeichnissen sind meist gratis, Bewertungsportale haben kostenlose Basisprofile. Rechne mit einigen Stunden pro Monat.
Machst du es mit einer Agentur, ist Linkaufbau meist Teil der laufenden SEO-Betreuung. Am Schweizer Markt kostet diese CHF 800 bis 5'000 im Monat. Ab rund CHF 1'500 im Monat sind regelmässige Inhalte und der Aufbau von Verweisen üblicherweise enthalten. Die Spannen und was darin steckt, stehen bei den SEO-Kosten.
Wenn du den Linkaufbau mit deinem eigenen Team machen willst, hilft eine SEO-Beratung: Wir legen mit dir fest, welche Quellen für deine Branche zählen. Danach prüfen wir, was dein Team umsetzt.
Wie du den Erfolg misst
Backlinks wirken langsam. Rechne mit drei bis sechs Monaten, bis du in den Rankings etwas siehst. Verfolge diese Werte einmal im Monat:
- Verweisende Domains: Wie viele verschiedene Websites verlinken auf dich? Zehn Links von einer Domain zählen weniger als zehn Links von zehn Domains.
- Links auf die richtigen Seiten: Verlinken andere nur deine Startseite oder auch die Seiten, mit denen du Geld verdienst?
- Rankings deiner wichtigsten Suchbegriffe in der Search Console
- Anfragen über die Website, gemessen mit Conversion-Tracking
Steigen nach sechs Monaten die verweisenden Domains, aber nicht die Rankings, liegt das Problem meist auf deiner Seite: zu wenig Inhalt, schwache Technik oder die falschen Suchbegriffe. Dann hilft eine kostenlose Analyse weiter.
Häufige Fragen zum Linkaufbau
Wie lange dauert es, bis neue Backlinks wirken?
Google muss die verlinkende Seite zuerst neu crawlen. Das dauert Tage bis Wochen. Eine spürbare Wirkung auf die Rankings zeigt sich meist nach drei bis sechs Monaten, abhängig davon, wie stark die Konkurrenz ist.
Bringen Links von Kundenwebsites etwas?
Ja, wenn die Zusammenarbeit echt ist und der Link natürlich wirkt. Der Ankertext sollte dein Firmenname sein, nicht ein Suchbegriff. Viele gleichlautende Keyword-Links aus Footern wertet Google als Absicht.
Soll ich schlechte Backlinks entwerten lassen?
Meist nicht. Google ignoriert die meisten Spam-Links von selbst. Das Disavow-Tool in der Search Console ist für Fälle gedacht, in denen jemand gezielt gekaufte Links auf dich gesetzt hat oder eine manuelle Massnahme vorliegt.
Wie viele Backlinks braucht ein lokales KMU?
Es gibt keine feste Zahl. Massgebend ist, was deine Konkurrenz hat. Schau mit einem Tool wie Ahrefs, wie viele verweisende Domains die drei Erstplatzierten für deinen wichtigsten Suchbegriff haben. Das ist dein Richtwert.
Fang mit der Liste an
Die meisten KMU machen beim Backlinks aufbauen gar nichts. Ein Teil verbrennt Geld bei Linkverkäufern. Nur wenige gehen ihre Kontakte durch und fragen nach. Wer das tut, hat in seiner Region schnell einen Vorsprung, der lange hält.
Nimm dir heute zwanzig Minuten. Schreib alle Lieferanten, Partner, Vereine und Verbände auf, mit denen du zu tun hast. Prüf deinen Eintrag bei local.ch und search.ch. Damit hast du den ersten Monat schon geplant.
Wenn du wissen willst, wo deine Website heute steht und welche Links für deine Branche zählen, melde dich für eine SEO-Beratung. Wir sagen dir, was du selbst machen kannst und wo sich Hilfe lohnt.
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